11 Teller müssen es sein

11 Teller müssen es sein

28. September 2020 2 Von Thorsten

Vorausgeschickt : wir haben am Wochenende einen Stapel mittelgroße Teller aussortiert. Die auf dem Beitragsbild. Sie waren wahrscheinlich für Kuchen gedacht, es sind Erbstücke. Und wer solche hat oder hatte weiß, dass das heikel sein kann. Also standen die Teller hinter einem Schrankholm, wo sie die letzten zwanzig Jahre oder länger nicht benutzt wurden. Die Blauen , na ja, aber die mit dem roten Rand, ich hatte sie in der Hand und fand das rot so toll. Sie klebten an meiner Hand und ich hatte eine fette Beute. Uhh, schnell weg damit.

An die Überschrift habt ihr vielleicht eine Assoziation „11 Freunde müsst ihr sein“ ? Das war nur als Witz gedacht, denn beim Minimalismus gibt es keinen Zwang jetzt, sofort und alles komplett wegzuminimalisieren. Man muss keine 11 Teller aufheben und schon gar nichts „vollständig“.

Man muss also gar nichts, niemand zwingt einen. Ob es 11, 5 oder am Ende vielleicht kein Teller aussortiert wird spielt nicht wirklich eine Rolle, wenn die Entscheidung begründet feststeht.

Ausmistaktionen sollten mit Lust und Energie geschehen, im Einklang mit dem Empfinden die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Das Aussortieren von Dingen kann sehr energieintensiv sein, nicht nur, dass Dinge angefasst, bewegt werden müssen, man muss ja auch sein Gehirn anstrengen und Entscheidungen treffen. Also vermeidet besser hektische Aktionen, insbesondere wenn ihr gerade wenig Zeit oder Energie habt. Verschiebt es dann besser oder sucht eine einfachere Aufgabe.

Es gibt also keinen Zwang oder eine Regel zum sofortigen, kompletten und ständigen Ausmisten, auch wenn manche der im Internet vorgestellten Ausmistmethoden martialisch alles in 10 Tagen erledigen wollen und Riesenberge erzeugen. Überfordert euch nicht.

Wenn man auf dem Weg des Minimalismus ist, dann ist es jedoch irgendwann vielleicht ein Bedürfnis oder eine Routine Dinge im Haushalt durchzusehen, um zu überprüfen, wie der Status ist, in der Wohnung und im gelebten Minimalismus. Das gelegentliche Hinterfragen des Inventars sollte schon im Hinterkopf bleiben, als Motivation.

Dass im Idealfall durch Diziplin oder Routine weniger Dinge in den Haushalt rausgehen , als reinkommen unterstützt ungemein und nimmt den zeitlichen Druck. Ich habe nach 5 Jahren die Erfahrung gemacht, dass Dinge sowieso oft kaputt gehen. Kleidung hält vielleicht 1,5 oder 10 Jahre, sortiert man Kaputtes aus und kauft nichts Neues wird es von selbst weniger, da Kaputtes den Haushalt verlässt.

Sollen die Teller (oder was auch immer) also bloß umgestellt werden, reduziert oder gar ganz abgeschafft werden. Können die aussortierten Teller gespendet oder recycelt werden ? Werden die Teller überhaupt genutzt, wenn ja wie viele ? Das haben wir am Wochenende zusammen besprochen und alle aussortiert.

Der Blick schärft sich, er verändert sich aber auch mit der Zeit. Was heute bleibt, kann vielleicht morgen oder in einem Jahr weggehen.

Was nicht genutzt wird, sollte man vielleicht einmal im Jahr überdenken. Manche Dinge brauchen ihre Zeit, bzw. der Mensch, der sie besitzt. Wir haben z.B ein Radio weggegeben, das gebrummt hat, na ja es war auch schon über 40 Jahre alt. Das haben wir schon alle paar Jahre in der Hand gehabt und nun war es Zeit.

Nur Mut : wenn ihr erst einmal Mengen an Dingen reduziert habt, dann gibt es ja weniger Dinge, um die ihr euch kümmern müsst, der Zeitaufwand wird dann geringer.

Der aktuelle M-wert beträgt somit -1.

Wenn ein Gegenstand/Set  in den Haushalt reingeht wird der M-wert erhöht, andernfalls erniedrigt. In einem Artikel wird dies dann jeweils protokolliert. Steigt der Wert müllt man sich zu, fällt er, wird es luftiger. Es ist beabsichtigt den Wert auf 0 zu setzen, sobald sich eine Art Gleichgewicht eingestellt hat. Der aktuelle M-wert wird in der rechten Leiste angezeigt.