Akzeptieren und Hinterfragen

Akzeptieren und Hinterfragen

14. Oktober 2020 1 Von Thorsten

Das Leben ist ein Tanz auf Wünschen und Gegebenheiten. Manches kann man ändern, manches nicht. Man kann wählen in welcher Stadt und welcher Wohnungsgröße man wohnen möchte. Und dann holen ein die praktischen und unpraktischen Dinge ein, egal welche Wahl man getroffen hat.

Heute ist die zentrale Mutter von unserem Turmwäscheständer verschwunden. Sie ist wohl gestern eingesaugt worden. Ich habe gar nicht erst gesucht , sie könnte im Staubsaugerbeutel ( wiederverwendbar, waschbar ) sein.

Diese Mutter drehte sich regelmäßig von der Schraube runter. Seit 12 Jahren muss ich dieses lose Teil beobachten und festdrehen. Vielleicht einmal im Monat , vielleicht öfter. Und jedes Mal habe ich die Entscheidung etwas daran zu ändern verschoben. So dringend erschien es mir nicht.

Bis heute , da ist der Knoten geplatzt. Ich habe mich fast gefreut, dass diese Mutter weg war. Dumm nur, dass der Wäscheständer auseinander fällt , wenn man ihn ungeschickt anfasst. Ein Tropfen starker Klebstoff hätte sicher auch geholfen. Aber nein…

ich hatte mich an unnötigen Murks gewöhnt, der Wäscheständer bestimmte, was ich tun sollte.

Ich hatte dann die Idee einen Ersatz aus dem Kleinteilemagazin zu besorgen und hatte Glück. Eine Mutter war vorhanden , sogar eine, die nicht mehr aufgeht, da ein Gummiring darin eingelassen ist. Sie stammt von einem Fahrradkorb und war Ersatz.

Passt, aber noch nicht festgeschraubt.

Fazit : manches muss man nicht hinnehmen, man kann sich an Murks, Unnötiges oder Umständliches leider gewohnen. Manchmal müssen andere einen darauf hinweisen, leider tun es viele aus Höflichkeit nicht . Man sollte offen dafür sein, wenn andere zu Besuch sind und Hinweise geben. Manchmal können sie auch Lösungen bieten.

Ist keiner da oder zuständig, muss man selbst aktiv bleiben und jahrelang einstudierten Murks hinterfragen. Als Beispiel fallen mir noch Möbel ein, die man ständig rückt , weil dort zu wenig Platz ist. Oder andere Gegenstände auf Möbeln, die ständig gerückt werden, weil man den Platz mal so und mal so braucht. Dann rückt man 100 mal und stellt es nie wieder in Frage, es sei denn man bleibt wachsam. Wer dient dann wem, hm ?