Edel als Gegentrend ?

Edel als Gegentrend ?

18. Oktober 2020 0 Von Thorsten

Zu jedem Trend gibt es früher oder später einen Gegentrend. Also wird es einen Trend geben, der die minimalistischen Wohnungen wieder füllt. Und zwar so, dass die Konsumenten es bei Unachtsamkeit nicht merken.

Die Industrie will verkaufen, es gibt „Palettenmöbel“ im Baumarkt. Genau genommen sind es keine , sie wurden speziell dafür hergestellt und waren nie für den Einsatz in der Industrie bestimmt. Alles glatt geschliffen, kein Kunde darf sich verletzen können.

Die Erweiterung einer Minimalistenwohnung kann über Quantität und Qualität geschehen. Die Strategen in der Industrie beobachten die Szene sicher genau und womöglich werden sogar alle YouTube Videos analysiert um Trends und Angriffsstellen für Produkte zu finden. Beliebt ist das Andrehen von Ordnungssystemen , aber da gibt es viel Konkurrenz und wenig zu verdienen.

Dieser Artikel unten setzt „Gold“ als Akzent. Wenn schon weniger, dann aber glänzend. Wir trudeln in den Bereich Blindheit durch Reflexe und Assoziationen zu südeuropäischen vornehmlich katholischen Kirchen mit Blattgoldschmuck. Gold hätte bei mir nie eine Chance. Silber nur dezent.

Die skandinavischen Minimalismusstile und das Schwedische Möbelhaus verzichten auf Gold , sie würden die nordeuropäischen Kunden wohl auch verprellen Wann wird dort Goldflitter verkauft werden ? Hoffentlich nie.

https://bellevue.nzz.ch/amp/design-wohnen/fertig-minimalismus-gold-bringt-wieder-stimmung-ins-zuhause-ld.1582102

Genau genommen ist das aber nicht neu, sondern nur eine Fortsetzung , die im Bereich der Technik schon jahrelang zu beobachten war : Apple anstatt anderer Marken. Apple hat sich immer gut verkauft , selbst bei Kinderarbeit und chinesischen Arbeitssklaven in den Schlagzeilen verkaufte sich die Ware. Gute Qualität bei Kleidung anstatt Billigware oder als Alternative zu Gebrauchten ist akzeptiert.

Es scheint , dass Minimalisten sehr wohl auf Qualität ( und damit erhoffte Haltbarkeit ) achten oder sich bei wenigen Dingen den Luxus in Preis, Marke oder Ausstattung leisten. Das erscheint etwas als Ausgleich für die Dinge, die sie nicht konsumieren, kann natürlich auch ein Nachhaltigkeitsaspekt sein. Gute Qualität kann man weiterverkaufen.

Es ist folgerichtig, dass das auch bei Möbeln ausprobiert wird . Irgendwann ist es dann vielleicht Echtholz neu, anstatt gebrauchten Sperrholz. Manche bauen Möbel selbst um die Kostenfrage in den Griff zu bekommen und genau das Möbel zu erhalten, was man sich wünscht.

Und wenn man dem Artikel folgt, dann sind am Ende bei manchen die Möbel bald goldfarben gestrichen, natürlich mit umweltverträglicher Farbe. Wann werden wir das erste YouTube Video sehen , in dem die Wohnungsbesichtigung mit goldfarbenen Möbeln und teurer Kunst startet ?! 😉