Regeln und Gewohnheiten

31. Oktober 2020 0 Von Thorsten

Das Leben ist voller Regeln. Entweder sie sind von außen vorgegeben oder selbst auferlegt. Es gibt formulierte Regeln und implizite Regeln. Ohne Regeln geht es nicht, selbst ganz ohne menschlich definierte Regeln wären wir an Naturgesetze und die für uns biologisch geeigneten Lebensparameter wie Sauerstoff, Wasser, Temperaturintervall gebunden. Regeln ergeben sich aus dem Miteinanderleben, aus Gesetzen und sie bestimmen, ob jemand freundlich wirkt oder nicht. Etikette und Kultur sind voller Regeln.

Manche alten Regeln sind so verinnerlicht, dass sie als Gewohnheit oder Gesetz empfunden und gelebt werden. Prägung im Elternhaus, Schule, eigene Vorlieben, sie werden Teil unseres Lebens und geben Sicherheit und Routine. Regeln sind ein Muster für ein soziales Zusammenleben und die Ordnung des Tagesablaufs. Regeln geben Sicherheit, blind befolgte Regeln behindern die eigene Weiterentwicklung.

Aus Regeln werden dann Gewohnheiten. Oder aus Gewohnheiten Regeln ? Was ist geregelt und was ist ungeregelt ? Was muss geregelt sein und was muss oder darf nicht ungeregelt bleiben ?

Was könnte zu einem abstrakten Ritual werden, also letztlich sogar den ursprünglichen Zweck verlieren oder unnütz ausgeführt werden ? Muss der Schlüssel 5 cm von der Kante hingelegt und dann noch mal um 90 Grad gedreht werden ? Und das jedes Mal . Macht keinen Sinn.

In Youtubevideos ist öfters von „Morgenroutine“ oder „Abendroutine“ die Rede. Routine ist ein zweischneidiges Schwert, „ich mache etwas routiniert“ bedeutet, man kann etwas schnell und gut. Routine kann aber auch Abstumpfung bedeuten. Ist eine Routine eine Regel, die (man sich auch selbst) auferlegt wurde, vielleicht bis es zur Gewohnheit wird ?

Achtung : hier lauert die Gefahr. Der Kopf wird umerzogen, die kindliche Neugier wird weggeschoben. „Ich mache das immer so“. Das ist vielleicht der Anfang vom Stillstand. Man sollte schon mal etwas ausprobieren.

Was man über Jahre unverändert macht und nicht hinterfragt wird kann eine unsinnige Handlungsweise darstellen. Also ist eine Morgenroutine eher zwanghafte Handlung, ohne Spontanität ?! Jedenfalls, wenn man solche Gewohnheiten von anderen besehen lässt und diese dann von „Marotten“ sprechen würden, weil die Gewohnheit sich einfach zu sehr von ihren Ansichten unterscheidet.

Aber was ist der Maßstab ? Doch nicht andere Leute, notwendigerweise. Sind es schlechte Gewohnheiten, weil etwas umständlich, langsam oder zwanghaft passiert ? Immer das gleiche Brötchen jeden Morgen um dieselbe Zeit, sonst geht die Welt unter ? Wir klammern uns an solche Gewohnheiten, müssen aber aufpassen, ob sie noch zu uns passen und sie ggfls. lassen oder anpassen.

Fazit : Rituale, Gewohnheiten, Regeln, Routinen sollten gelegentlich reflektiert werden wie Dinge und ggfls. dem aktuellen Wissenstand und Wohlempfinden angepasst oder aufgegeben werden. Denn sonst haben uns nicht nur (überflüssige) Dinge im Griff, sondern auch solche Handlungsabläufe. Maßstab sollte das eigene Wohlbefinden und die Effizienz der Handlungen sein.