Rad oder Auto

1. November 2020 0 Von Thorsten

Ein interessanter Artikel im Spiegel ,wie ich finde, über Fahrräder und Autos in der Stadt :

https://www.spiegel.de/auto/verkehrswende-streit-um-radspuren-poller-und-autofreie-zonen-eskaliert-immer-wieder-a-3ace7d34-d5f3-4024-8777-56099e829157

Nicht wenige Minimalisten sind Städter, auf dem Land versteht man zum Teil diese Diskussionen über Autos und „Dinge wegwerfen“ nicht, das Auto wird gebraucht, Platz für Dinge ist genügend vorhanden, zumal man meist im eigenen Haus wohnt und Mietwohnungen eher exotisch sind. Traditionell wird auch nichts weggeworfen, sondern ausgebessert und repariert. Erst der Onlinehandel und die Supermärkte auf der Wiese haben das Wegwerfen und Austauschen von Dingen dort richtig ermöglicht.

Und dennoch : die junge Bevölkerung zieht in die Städte, in den Dörfern sitzen Eltern und Großeltern, danach kommt oft niemand mehr. Wer Glück hat kann die Immobilie bei einer Erbschaft an einen anderen Einheimischen verkaufen, aber finanziell könnte das ein Verlust sein. Was über Jahrzehnte in die Immobilie investiert wurde wird nicht vergütet, es zählt gewichtet nur die Lage.

Zurück zu den Städtern : sie erkaufen kurze Wege mit höheren Wohnkosten, das Auto ist in Städten längst überflüssig, wenn man so wohnt, dass man auch einen vernünftigen Weg mit Fahrrad oder ÖPV zur Arbeit hat. In Zeiten wo man den Arbeitsplatz auch mal wechselt eine Herausforderung. Irgendwann kann man dem Arbeitsplatz auch nicht mehr hinterherziehen. Wohnungsangebot, Abhängigkeiten vom Partner oder den Kindern sind längst gesetzt.

Manche ziehen dann in Kleinstädte zwischen den Arbeitsplätzen. Kitaplätze gibt es dort genügend, aber dann können zwei Autos notwendig werden. Orte mit Bahnhof sind im Vorteil, die letzte Meile zur Wohnung oder zum Arbeitgeber können eine weitere Hürde sein, wenn sie nicht zu Fuß zu bewältigen ist und die Infrastruktur schlecht. Nicht immer ist ein Fahrrad eine Lösung, ganz Hartgesottene reisen dann mit Faltrad. Bis es vier Wochen am Stück regnet oder Glatteis gibt und der Frust so groß ist, dass dann doch noch ein Auto her muss.

Das Auto ist wie die Miete ein Kostentreiber. Wer Glück hat braucht keins. und entlastet damit die Straßen, belastet die Umwelt weniger. Fahrradfahren ist gesund, je mehr in der Stadt auf das Rad umsteigen, desto mehr Raum werden die Städte den Fahrradfahrern zur Verfügung stellen. Fußgänger profitieren oft auch, ist der Radweg auf der Straße , gewinnen die Fußgänger auf dem Bürgersteigbereich. Alte Radwege werden umgewandelt und alle sind zufrieden – bis auf die Autofahrer.