Schnappschüsse und Vergleiche

3. November 2020 0 Von Thorsten

Angehende oder geübte Minimalisten scannen das Internet nach Anregungen. Wie leben andere , wie sehen die Wohnungen aus ? Wie voll sind die Wohnungen anderer Minimalisten? Kann das echt sein oder ist es eine Theaterkulisse oder ein Sozialexperiment mit 50 Dingen und einer fast leeren Wohnung ?!

Man sollte bedenken, dass jeder, der im Internet Bilder und Texte publiziert in einer individuellen Lebenssituation ist. Deswegen sind manche Dinge nicht übertragbar. Eine Großzahl von Beiträgen ist von jungen Singles oder  Paaren mit noch getrennten Wohnungen. Familien und ältere Menschen sind schwer zu finden.

Dazu kommen individuelle Vorlieben oder Schwerpunkte. Lösungen können sich vehement widersprechen. Der eine reduziert Geräte mit Strom, der andere rüstet gnadenlos auf, um seine Kaffeeherstellung zu perfektionieren.

Deswegen ist ein Vergleich nur begrenzt möglich, wenn man versucht eine Schnittmenge aus dem eigenen Fundus und der gezeigten Einrichtung in den Videos zu bilden.

Was mache ich mit dem Beitrag , in dem gesgt wird, dass Plastik vermieden wird, was zwar für Teller und Besteck gilt, nicht aber für Luftpolsterfolien zum Schutz in Schubladen, jede Menge Geräte aus Plastik zum Saubermachen. Widersprüche sind zu finden und stellen Inhalte in Frage. Aber ganz ehrlich : diese Widersprüche sind jedem bekannt , manchmal sind sie gar nicht auflösbar.

Die Antwort könnte sein : es geht nicht um richtig oder falsch, die Schnittmenge liegt im Grad der Benutzung und der Sinnhaftigkeit für den Besitzer.

Gegenstände, die regelmäßig genutzt werden, dürfen aus irgendeinem Material sein. Früher oder später wird aber meist die Qualität und Langlebigkeit eines Gegenstandes eine Rolle spielen. Weniger kaufen, länger nutzen, das spart Geld und Zeit. Man landet zwangsläufig bei Metall und Holz.

In den US-Videos spielen dagegen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit meist keine Rolle während in deutschen Videos und Blogs Plastik haufenweise aussortiert wird und Naturholzmöbel bevorzugt werden.

Der Vergleich mit anderen ist daher schwierig, eine generelle Orientierung sollte nicht von außen kommen, wie bei einer Werbesendung. Vielmehr sollte man alles abschalten und sich eine eigene Lösung für den individuellen Minimalismus schaffen. Und der ändert sich womöglich über die Jahre. Heute ein Tisch aus Kiefernholz, morgen vielleicht ein kleinerer oder größerer aus einem anderen Material, wenn sich die Bedürfnisse ändern.

Nichts ist fix, jedes Teil darf gehen oder ein anderes kommen, wenn es durchdacht ist und einen effizienten Vorteil bringt. Niemand muss kaputten oder angewohnten Möbeln leben nur damit es maximal nachhaltig ist.

Es soll und darf getauscht werden, wenn es durchdacht ist, es gibt keinen Stillstand, aber keine Impulskäufe oder Dekoorgien.