Das Drinnen und das Draußen

11. November 2020 0 Von Thorsten

Die Städte sind voll mit Reizen : Beleuchtung, Bewegung ( Verkehr und Menschen ), Werbung. Das Gehirn muss alles verarbeiten, filtern. Es kostet Energie die Plakate zu überlesen, die Schaufenster zu überspringen.

Früher war die Welt reizarmer. Fernsehprogramme waren weniger und zeitlich eingeschränkt, Internet und Computer gab es nicht.

Nebenbei : die Menschen sind bummeln gegangen und haben sich die Schaufenster angeschaut. Dort war die Ware mit Preisen drapiert und wenn geschlossen war konnte man sich vornehmen wiederzukommen und es zu kaufen – wenn es denn noch da war. Schaufenster ziehen längst niemanden mehr an, man informiert sich im Internet oder geht gleich ins Geschäft, die Öffnungszeiten sind ja auch viel länger.

Der Verkehr , die Lautstärke in der Stadt , dichtere Bebauung, mehr Menschen und geparkte Autos, die nächtliche Lichtemission durch Lampen , alles hat zugenommen. Um einen klaren Sternenhimmel sehen zu können muss man die Ballungsgebiete verlassen.

Wenn draußen die Reize immer mehr werden, dann liegt es nahe diese in der eigenen Wohnung zu hinterfragen.

Ich kann mir z.b. keine Lichterkette vorstellen, die mich mit 100 Einzelbirnen ärgert ( wir haben allerdings eine LED-Kette in der Küche, aber durch eine Zierleiste davor ist das indirektes Licht).

Ich kann mir auch kein vollkommen buntes Sammelsurium an Möbeln in der Wohnung vorstellen. Die Anzahl der Farben ist bei uns begrenzt, tendenziell ist es Naturholz, warmes Terracotta oder weiß.

Der Fernseher wurde „entschärft“. Die Reizquelle steht jetzt so, dass man sie nicht direkt sieht.

Wenn draußen so viel los ist, dann ist unsere Minimalistenwohnung eine Oase.