Gedankennomaden

Gedankennomaden

28. November 2020 0 Von Thorsten

Als Kinder probieren wir alles aus. Was uns gefällt ist in der Nähe, was uns nicht so viel bedeutet wird unter das Bett geworfen oder im Regal verstaut. Natürlich ist es dann immer noch im Zimmer, Kinder werfen ja nicht weg, sie schaffen es nur aus den Augen.

Später geht das so weiter : wir werfen Dinge in den Keller oder stopfen sie in Schubladen, Schränke.

Solche Orte sind private Müllkippen, jedenfalls wenn man in manche so reinschaut. Das Leben wird anstrengender und Pflichten müssen erfüllt werden. Zeit vergeht, Dinge sammeln sich an auch wegen des Zeitmangels. Es liegt am obersten Gebot der Wirtschaft :

Arbeite und Konsumiere !

Manch einer hat durch einen Umzug die Gelegenheit die Müllkippen zu entsorgen, aber oft wird doch alles eingepackt und das ist teuer und zeitaufwändig.

Als Minimalist und Frugalist bewahrt man sich die kindliche Offenheit oder entdeckt sie neu und mischt sie mit rationalen Denken. Da gibt es weniger Müllkippen und weniger Black Fridays und Einkaufsorgien.

Und man kann noch mehr entsorgen : unbewohnten Wohnraum, toxische Beziehungen, Speichermedien, schlechte oder unpraktische Gewohnheiten, lange Wege.

Durch das Entfernen der Dinge bleibt man flexibler. Der Minimalist ist ein Gedankennomade. Er findet sich nicht mit dem Status quo ab und wandert gedanklich weiter indem er Möglichkeiten durchspielt.

Wer rastet, der rostet.

Ist es wertig ? Ist es notwendig ? Ist es praktisch ? Ist es schön ? Wird es benutzt ? Wenn ich es nicht hätte, was würde das konkret bedeuten ?

Der Gedankennomade springt von Möglichkeit zu Möglichkeit und ist frei in seinen Entscheidungen. Was heute bleibt ist morgen weg. Und das ist kein Problem, wenn die Anschaffung überlegt war. So viele Käufe gibt es ja dann nicht mehr.

Fehlkäufe gibt es trotzdem, wir sind keine Maschinen. Der Nomade kann es ohne Wimperzucken weiterreichen. Ob man als Nomade weiterzieht oder die Dinge weiterreicht, das Ergebnis ist dasselbe : die Dinge sind weg.