Vierter Advent

Vierter Advent

20. Dezember 2020 2 Von Thorsten

In diesen unruhigen Zeiten sind Rituale eine Hilfe. Advent, Weihnachten bringen ausnahmsweise etwas Deko (Achtung Reizwort 😉 ) in die Stube.

Wir hatten die Weihnachtskiste schon letztes Jahr direkt nach Weihnachten reduziert. Bis auf ein paar Kleinteile (jetzt entsorgt) wurde alles zum SchmĂŒcken genutzt. Ruck zuck ausgepackt, schneller als die Jahre davor. Adventkranz und Weihnachtsbaum als jĂ€hrliches Ritual. Wir kaufen schon seit Jahren keine Deko mehr, was da ist bleibt bis es kaputt geht. Strohsterne halten nicht die Ewigkeit.

Ja, wir haben auch den Baum schon gestern aufgestellt und freuen uns schon frĂŒher dran. Auf die Idee sind wir gekommen, als wir mehrmals BĂ€ume in anderen Wohnungen gesehen haben. In öffentlichen Anlagen stehen sie ja auch schon lĂ€nger.

So lange jemand in der Familie einen Baum möchte werden wir das machen, zu zweit hĂ€tten wir keinen mehr gekauft. Als Single wĂŒrde ich vielleicht sogar darauf verzichten, eine Kerze wĂŒrde mir reichen. Ein paar Zweige in einer Vase wĂ€ren eine Alternative.

Ich wĂŒnsche euch einen friedlichen vierten Advent.

Dieses Jahr gibt es weniger Trubel, wĂ€re es nicht durch Corona bedingt wĂŒrde ich sagen, es gefiele mir sogar besser.

Was im Radio durchweg als soziale Isolation bezeichnet wird empfinde ich teilweise nur als gesunde RĂŒckkehr vom unbedingten Feiern, grenzenlosen Konsumieren.

Bei  uns ist es ruhiger als sonst : fast keine Flugzeuge. Die Menschen gehen wieder wandern und Radfahren, lesen und haben mehr Haustiere als zuvor. Autos gibt es dafĂŒr mehr leider.

Vermutlich wurden auch die Gartencenter gut besucht, unglaublich wie viele Balkons zu grĂŒnen Oasen umgestaltet wurden, die VorgĂ€rten und KleingĂ€rten sind in Schuss, es ist eine Freude dort hinzusehen. Wer nicht verreist macht sein Zuhause schön und davon profitieren auch die Passanten.

Wir als Minimalisten leiden vielleicht weniger unter den EinschrĂ€nkungen , da wir weniger shoppen gehen, vielleicht weniger fernreisen, weniger neuen Kram fĂŒr Deko brauchen. Minimalisten haben ein stabileres Zuhause, in dem nicht stĂ€ndig neu angeschafft wird, neue Klamotten her mĂŒssen und tausend teure Events unbedingt besucht werden mĂŒssen.

Ich behaupte : Minimalisten kommen mit solchen Krisen etwas besser zurecht als ausgeprÀgte Konsumenten, da weniger EinschrÀnkungen erfahren werden.

In diesem Sinne : eine gesunde und erbauliche Zeit ! Bleibt gesund und bastelt an eurer Oase : raus mit dem Plunder ( falls noch welcher da ist ).