Freie Flächen – freier Geist

23. März 2021 6 Von Thorsten

Ich habe auf YouTube ein Video gesehen, nur teilweise. Das Startbild war zweigeteilt in das übliche“ vorher“ und „nachher“. Ich dachte, es sei ein Fehler, denn links war ein leerer Raum mit kleinem Tisch und rechts alles vollgestellt bis unter die Decke. Wie ? Was ? Warum ?

Es ist kein Minimalismusvideo, sondern ein Bericht , wie sich jemand seine Wohnung einrichtet , mit Farbe, Möbeln , deckenhohen Regalen und unglaublichen Mengen Deko. Fensterbank voll Deko, Regal voll mit Büchern und Deko. Irgendwie wie in den 80ern als es noch jede Menge Dekoläden gab und man sich aus Langeweile lauter funktionsfreies Zeugs kaufte.

Mir hat das vorher-Bild besser gefallen ( aber die Wände streichen, o.k.).

Na ja, jeder wie er mag. Aber beim Couchtisch war ich dann doch entsetzt. Der war vollbelegt mit künstlichen Blättern. Wenn ich unachtsam eine Tasse Kaffee abstelle , dann war’s das. Jedes Mal anvisieren und eine freie Stelle zum Absetzen finden ?

Für mich muss es in jedem Raum eine freie Fläche geben. Zum kurzfristigen Ablegen von Dingen und als Luxus : ich kann es mir leisten freie Flächen zu haben , weil ich auch mehr Platz habe als ich für mein Zeugs benötige.

Luxus ist es freie Flächen zu haben

Nichts lenkt das Auge ab und freies Rangieren ist stressfreier. Ich will ja nicht immer etwas abräumen müssen, um dann dort etwas anderes tun zu können. Das würde mich am Ende abhalten etwas zu tun und bei einem gewissen Grad von Vollgestelltsein wäre dann kaum noch etwas möglich.

Manch einer mauert sich in Deko oder Dingen aus einem ganzen Leben ein. Dinge, die sentimental sind und ein Verbleiben in der Vergangenheit bewirken.

Gegenwart ist jetzt und dazu benötigt man das Zeug von früher nicht. Abfotografieren und Aussortieren sind angesagt . Bis vielleicht auf ganz wenige Erinnerungsstücke an liebe Menschen.