Man könnte meinen…

Man könnte meinen…

5. Mai 2021 0 Von Thorsten

dass ich zu faul war Dinge loszuwerden. In Filmbeiträgen dauert es 30 Minuten und eine glücklich minimalisierte Familie bleibt ruck zuck zurück während der Aufräumcoach noch einmal winkt und dann mit dem PKW von dannen fährt. Tränen und Szenen total zugestellter Flächen beim Sortieren als fester Bestandteil inbegriffen. Möglicherweise alles inszeniert.

Ich bewundere schnelle Entscheidungen, wie sie dort gezeigt werden, habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass schnelle und gewaltige Aktionen unglaublich Energie und Zeit kosten.

Das vernünftige Loswerden der Dinge nachdem die Entscheidung gefallen ist , ist so teuer bzgl. Denken und Organisieren, dass jeder Minimalist, der viel losgeworden ist eine Kaufhemmung empfinden oder antrainieren sollte.

Dinge sind schnell gekauft, es kostet ein Vielfaches an Zeit sie wieder loszuwerden.

Was den Aufwand nicht in Benutzung oder Freude aufwiegbar ist darf nicht in die Wohnung !

Beispiele : ein Bett , wenn oft genutzt o.k., das schicke Bild, nach drei Monaten ignoriert, musste das wirklich sein ?

Hier ein kontroverses Teil, das endlich einen Platz im Schrank gefunden hat : die Zitruspresse. Dieses Teil haben wir schon über ein Jahr. Gekaufter Zitronensaft schmeckt uns nicht mehr wirklich gut.

Zitruspresse

Die einen kaufen Saft, die anderen benutzen eine Glaspresse, andere brauchen gar keinen Zitronensaft. Orangen pressen wir auch gelegentlich.

Wir nutzen die Presse regelmäßig. Mit wenig Kraftaufwand und maximaler Ausbeute. Bisher stand sie auf der Arbeitsfläche. Durch Umräumen und Umbau eines Regalfachs passt sie nun in einer Höhe ohne Bücken hinein. Die Zitronen kommen regelmäßig in der abonnierten Biokiste. Das Mitpressen der Schale würde ich bei konventionellen Zitronen nicht riskieren wollen. Zitronensaft in Sprudel anstatt gekaufte Brause, im Sommer gelegentlich eingelegte Pfefferminze aus dem Garten. Herrlich.

Und o.k. : obwohl die Anschaffung gar nicht teuer war ist es aus minimalistischer Sicht ein Luxusteil, wie eine Kaffeemaschine (haben wir nicht mehr) oder ein Waffeleisen (haha, haben wir).

Das Entsorgen könnte über Kleinanzeigen oder falls kaputt über die Wertstofftonne erfolgen. Es ist nur das Griffende aus Plastik, der Rest Metall. Käufe langlebiger Dinge möglichst ohne Plastik verringern den Aufwand diese wieder loszuwerden. Weil nicht so oft gekauft werden muss und weil man sie ggfls. auch weitergeben kann.