Wenn Dinge kostenlos werden

15. Mai 2021 0 Von Thorsten

Auf einem Nachbarschaftsportal gibt es jede Menge Dinge. Vor ein paar Jahren stand ein Preis daneben. Jetzt werden wertige Dinge verschenkt.

Strickzeitschriften, Vasen, elektrische Küchenwaage, Möbel aller Art, halbe Hauswirtschaften. Nur weg damit. Werden die Dinge ersetzt oder wird Minimalismus in Zeiten von Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen hoffähig ?

Diese Dinge haben einmal viel Geld gekostet, auch diese Strickzeitschriften bevor es das Internet gab, denn es gab keine andere Möglichkeit als Informationen GEDRUCKT zu kaufen.

Gestern wertvoll, heute wertlos, überflüssig oder umständlich.

Den Besitzer der elektronischen Waage würde ich gerne fragen, warum er sie abgibt. Vielleicht ist es ja doch nur ein Erbfall mit Haushaltsauflösung.

Jeder hat heute alles oder kann es billig kaufen, natürlich nur im persönlichen Budget. Bestimmt gibt es Menschen mit mehr als einer Küchenwaage. Die eine neu und modern, die andere angebleicht mit Patina, aber noch gut. Oder sie hat die falsche Farbe.

Die steht dann im Keller oder im hintersten Küchenschrank bis der Hausstand aufgelöst wird oder ein Umzug ansteht. Und jetzt fällt mir ein, dass wir auch zweitweise zwei Küchenwaagen hatten. Die eine noch gut, die andere elektronisch. Heute habe ich eine Retrowaage ohne Batterie. Tara geht mit drehbarer Anzeigescheibe. Wunderbar.

Analoge Teile fallen der Digitalisierung zum Opfer. Sogenannte “Ratgeber” in Hochglanz waren immer suspekt. Wenig Inhalt, bunte Bilder, der Inhalt nebensächlich :”Aromatherapie”, “Wohnideen”,”Osterdekoration”,”Weihnachtsbasteln”. Am Ende ist man in die Stadt gefahren und hat den Krempel gesucht, der im Buch angegeben war. Und wenn es exotisch wurde gab es Bestelladressen im Buch. Im Grunde genommen kaufte man nur Werbung als Buch getarnt…