Dinge der Gewohnheit und der Unbekanntheit

24. Juli 2021 0 Von Thorsten

Es macht schon Sinn Möbel oder ggfls. sogar ganze Räume ( z.b. Kammer oder Keller ) komplett auszuräumen, wenn man effektiv Dinge bewerten und ggfls. loswerden möchte.

Da wo ein Ding länger ist erwirbt es ein Anrecht zum dauerhaften Sein. Das Auge gewöhnt sich dran, dann ist es da für Monate , Jahre, Jahrzehnte.

Für manchen ist ein Umzug die letzte Chance vor dem mülltechnischen Fegefeuer, das einen am Ende erwartet oder Verwandte beim Ausräumen verzweifeln lässt.

Wer weniger Dinge hat, dessen Auge lässt sich nicht so leicht täuschen. Ein leeres Fach im Regal ist die Sicherung für den Status Quo. Ein einziges Teil, das sich da reinschleicht wird sofort entdeckt. Am besten man hat dieses Regal gar nicht erst, wenn es sehr leer ist.

Volle Keller/Räume sind nicht komplett ausräumbar, hier empfiehlt es sich regelmäßig mit der Einkaufsmethode durch den Raum zu gehen und Dinge herauszusuchen, die nicht mehr benötigt werden. Was 6 Monate, 1Jahr, 3 Jahre liegt fliegt raus .Was hier zu lange liegt könnte jemand anderes die ganze Zeit schon brauchen. Z.b. einen Kinderwagen, ein altes Fahrrad, ein Tisch, ein Regal …. oder es ist kaputt oder nicht mehr verwendbar und geht zur Entsorgung.

Und es gibt Fälle, wo Unbekanntes zu Tage tritt. Insbesondere wenn es nicht von einem selbst stammt , sondern aus Übernahme oder Erbschaft stammt.

So wie das hier :

Unbekanntes Metallteil

Wir haben es in einem Hängeschrank gefunden, ist es eine Art Wandhalter ? Wofür ? Warum ist die eine Fläche klein und dreieckig und die andere rund und groß. Jede Fläche hat drei Löcher. Merkwürdig. Bei der großen Fläche sind Schrauben mit Muttern drin.

Letztes Jahr haben wir über 50 kg Metall hier rausgeschleppt, aber dieses Teil erschien wertig, stabil, fast ein Schmuckstück. Selten und unbekannt. Also blieb es, auch aus Angst, dass es einen nicht erkennbaren wichtigen Sinn hat. Aus heutiger Sicht unverständlich. Warum sollten wir den Sinn dafür plötzlich erkennen , wenn es Jahrzehnte da lag ( auf Tchibo-Tüte, in Melittakarton mit Aufkleber “DM 3.15” ).

Mehr Mut zum Loslassen. Mehr Mut zur Leere im Raum und zur Fülle im Gehirn.

Das Gehirn sollte auf mehr “Benutz” als auf “Besitz” trainiert werden.

Einiges kann man auch mieten oder leihen. Ein Buch muss man nicht besitzen, man kann es leihen. Oft jedenfalls.

Das, was man besitzt sollte benutzt werden oder wenigstens der Ästhetik dienen ( z.b. selbstgesammelter Trockenstrauß in Vase/Gefäß ).