Insektenwiese und Aufsitzmäher

7. Oktober 2021 0 Von Thorsten

Unser Aufsitzrasenmäher ist in die Jahre gekommen. So 25 Jahre, vielleicht 30. Einen ganzen Monat war er in der Werkstatt, seit 2014 habe ich nichts mehr dran gemacht außer einen Schlauch gewechselt. Hinten war er nun auch etwas platt und verlor Luft über die Tage. Nervig das ständige Aufpumpen. Also habe ich die beiden Schläuche hinten wechseln lassen, Wartung, Material , Arbeitsstunden drum herum haben sich zu fast 600€ summiert. Der Ansprechpartner sagte, wir sollten ihn stilllegen , wenn noch einmal etwas wäre. Der Traktor sei ja schon alt.

Neukauf oder Reparieren ?

Bei Autos und größeren elektrischen Geräten ist das eine Frage des Abschätzens. Wenn das Gerät dann noch ein paar Jahre hält, dann lohnt sich die Reparatur. Wenn nicht, dann würde Geld in den Sand gesetzt. Es ist eine Wette und viele kaufen lieber neu, weil dann eine Garantie besteht und weniger Ärger droht. So landen jedes Jahr viele Geräte im Schrott, obwohl sie noch funktionieren würden. Eine Art Bequemlichkeit aus dem Überfluss heraus. Mit der Reparatur würde sich ein nachhaltigeres Verhalten einstellen und es gäbe auch mehr lokale Arbeitsplätze. Es kommt vielleicht der Tag wo wir alle nicht mehr anders können als Dinge länger zu verwenden und wie tausende Jahre lang zuvor zu reparieren oder anderen Zwecken zuzuführen bevor nichts mehr geht. Früher wurden Unterhemden als Putzlappen verwendet, sehr gut auch in der Werkstatt , beim Fahrradputzen. Heute sollen wir für jeden Zweck ein spezielles Produkt verwenden. Wir verlernen den ökologischen und pragmatischen Blick, geben Dinge aus der Hand. Es soll Menschen geben, die selbst einen Schlauchwechsel beim Fahrrad an eine Werkstatt vergeben. Nicht nur aus Zeitmangel, sie trauen sich nichts zu. Das funktioniert nur, weil sie zu viel Geld haben. In der Not würden sie einfache Dinge auch selbst erledigen wollen und müssen.

Jetzt zum Projekt Insektenwiese. Es hat durchaus etwas mit dem Aufsitzrasenmäher zu tun. Der Aufsitzrasenmäher wird durch zu hohes Gras in Mitleidenschaft gezogen. Man muss mit ihm regelmäßig über die Rasenflächen fahren, zu hohes Gras ist nicht gut für die Lebensdauer. Für höheres Gras gibt es sogenannte Hochgrasschneider. Diese haben entweder ein Balkenmähwerk oder ein Kreiselmähwerk. Ersteres schneidet wie eine Heckenschere ab, während das Kreiselmähwerk wie ein Rasentrimmer oder Freischneider arbeitet.

Um die Situation auf dem Grundstück für den Rasentraktor schonender, für uns Menschen weniger arbeitsintensiv und für die Insekten freundlicher zu gestalten habe ich zwei Bereiche beim gestrigen Mähen stehen lassen. Dort ist der Boden etwas magerer. Ein paar Wiesenblumen sind dort trotz des häufigen Mähens von selbst gekommen. Schafgarbe, Vergissmeinnicht unter Bäumen, Mageriten, noch eine rosa und eine gelb blühende Pflanze an denen ich Hummeln und eine Menge kleiner brauner Falter gesehen hatte.

Um diese beiden Insektenwiesen dauerhaft etablieren zu können werde ich nächstes Jahr ein neues Gerät anschaffen müssen. Ein selbstfahrendes, zweirädrigres Gerät. Ob Balken oder Kreisel ist noch nicht klar.

Zu hohes Gras wegen längerer Abwesenheit (im Frühjahr sind das zwei Wochen, Hauptwachstumszeit) verursacht dann keine Probleme mehr hoffe ich. Mit dem Hochgrasschneider bekäme ich die Flächen, die als „Rasen“ verbleiben sollen immer noch klein.

So der Plan. Wie das wirklich wird muss man sehen.