Unser tägliches Brot gebe uns heute.

28. Oktober 2021 6 Von Thorsten

Trotz ungehemmten Wohlstands sind die Menschen unzufrieden. Und dafür können sie nichts, wirklich nicht.

Die dem Menschen angeborene Unzufriedenheit ist der Motor für Innovationen und Wohlstand. Dazu werden noch Kreativität, Geduld und die Fähigkeit in die Zukunft zu planen benötigt.

Für uns ist reichlich Essen selbstverständlich. Wer nichts hat , isst Weißbrot. Wer mehr hat auch noch Vollkornbrot. Und wer alles durchprobiert hat legt für ein paar aufgestreute Chiasamen noch einen Euro drauf oder kauft Brot ohne Getreide.

Längst ist das Sattwerden kein Thema mehr, es muss gesund sein, glutenfrei oder spezielle Zutaten enthalten, die Gesundheit oder spezielle Geschmackserlebnisse bieten.

Hier sollte gelegentlich einmal inne gehalten werden. Denn Jahrtausende war das ein Luxus. Weißes Mehl kannten schon die Römer.

Weißbrot und Vollkornbrot mit dem selben Rezept gebacken

Es ist nicht notwendig immer das Beste oder Gesündeste zu essen. Keiner wird dafür bestraft wenn er Kuhmilch in den Kaffee schüttet oder eine Bratwurst isst.

Die Frage ist doch, ob man jedem Gesundheitstrend hinterherläuft oder heute diese und morgen jene Ethik über das Essensangebot legt. Es könnte nämlich passieren, dass am Ende sehr wenig „Erlaubtes“ übrig bleibt. Und das könnte auf die Dauer ziemlich ungesund sein und unzufrieden machen.

Was könnte der Minimalismus solchen Luxusansprüchen entgegen setzen ?

Für Nahrungsmittel könnte es kurze Wege geben, es könnte mehr selbst gekocht werden, es könnte mehr selbst gebacken und damit weniger Chemie im Essen landen. Regionale Erzeuger könnten durch gezielte und jahreszeitlich angepasste Käufe gestärkt werden. Damit bliebe das Geld im Land und landete nicht als Schiffsdiesel auf der See oder in fremden Ländern.

Wir haben einen Biolieferanten, der uns dies annähernd ermöglicht. Der Kauf von Produkten auf dem Wochenmarkt kann auch ergiebig sein. Auf die Herkunftsschilder der Waren achten.

Beim Essen gilt : dankbar sein und Ansprüche herunterschrauben. Es muss nicht jeden Tag etwas Besonders sein. Fleisch, Milch sind nicht falsch. Weißbrot ist nicht per se giftig. Alles kann und darf gelegentlich oder öfters verzehrt werden, wenn die Vielfalt und Angemessenheit im Essen gewahrt bleibt.

Deshalb : so viel wie nötig und so einfach wie möglich. Kurze Wege und regional, selbstgemacht anstatt zusammengepanscht, mehr Obst und Gemüse, weniger Fleisch. Und annehmen und genießen was sich ergibt. Nur kaufen was schmeckt. Essen soll Freude machen und keine Religion sein, in der je nach aktueller Mode auf angeblich so gesundem Essen unlaunig rumgekaut wird. Minimalismus soll Spaß machen, Essen auch.