Probleme verschieben : Strom sparen

Probleme verschieben : Strom sparen

2. Juni 2022 0 Von Thorsten

Durch die hohen Strompreise ist die Versuchung gestiegen, elektrische Verbraucher weniger zu nutzen. Man könnte weniger kochen, weniger backen. Aber rechnet sich das auch ? Mittlerweile sind die Preise bei den Lebensmitteln auch schon gestiegen.

Brötchen kann man kaufen, aber sie kosten mittlerweile 50 Cent und mehr. Natürlich gibt es auch welche für 20 Cent, aber die sind auch leichter und haben nicht die Qualität.

Ich backe Brötchen jetzt vorzugsweise selbst, weil es sich auch rechnet. Die Bedingung war, dass es ohne Maschine und einfach zuzubereiten sein sollte.

1 kg Dinkel / Weizenmehl Vollkorn, Bio was auch immer, 1 Päckchen Trockenhefe, 1 TL Salz, ca. 370ml Wasser, bei Vollkorn eher 400ml. 5Liter Schüssel benötigt . Wasser, Hefe, Salz verrühren. Mehl dazugeben und mit einem Esslöffel umrühren, drücken, bis der Teig homogen ist. Nicht kneten, nicht mit den Händen reingreifen. Mit einem Tuch abdecken und 2 bis 3 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Handtuch über der Schüssel lassen und ab damit in den Kühlschrank. Da bleibt der Teig bis zum nächsten Tag. Das Verweilen im Kühlschrank ersetzt das Kneten komplett , die Hefe bekommt die Zeit , die sie braucht. Den Teig also am folgenden Morgen auf bemehler Arbeitsfläche in Form bringen, eine Rolle formen und daraus 16 Brötchen formen. Das geht leicht durch mehrfaches Halbieren : 1,2,4,8,16, fertig. Mit Messer oder Schere einschneiden und ab damit auf die mittlere Schiene vorgeheizte Umluft 220 Grad. 20, eher bis 25 Minuten mit Wasser in der Fettschale. Auf die Bräunung achten, dann sind sie fertig. Auf einem Rost ausdampfen lassen, sie knistern beim Abkühlen herrlich. Zweites Blech genauso backen,ggfls Wasser in der Fettschale vorsichtig nachgießen. Hier 5 Minuten vor Backende Ofen runterschalten und Restwärme ausnutzen.

Wem das zu viele Brötchen sind, der friert sie ein oder hebt sie im Kühlschrank auf. Die Halbierung des Rezepts geht natürlich auch. Dann reicht auch eine 3-Liter-Schüssel. Je größer desto besser.

Nebenbei : Ich finde diese Rezepte immer so dämlich, die aus 500g 15 Brötchen machen wollen. Das lässt sich nicht nur schwer teilen, die Brötchen fallen einem dann auch zwischen Daumen und Zeigefinger runter , so klein sind die dann. Falsche Backzeit rächt sich dann auch eher. Solche „15 Brötchen“ oder „12 Brötchen“ Rezepte mit 500g Mehl schwirren im Internet herum, macht das jemand so ? Und was soll man damit, die kleinen Dinger sind gleich aufgegessen. Etliche Rezepte erinnern an Puppenstube, da werden die Produkte in der Größe halbiert. 15 Brötchen hört sich halt besser an, als 8.

Aus 1 kg Mehl erhält man 2 Bleche mit je 8 normal großen Brötchen.

1 kg Dinkel 1,20€. Hefe, Salz 15 Cent. Dazu kommt noch der Strom, den ich jetzt nicht wirklich schätzen oder messen kann Wir liegen hier ohne Strom bei 1,35€. Sollte es mit Strom 2€ kosten, liegt das Brötchen bei 13 Cent und hat mindestens das Gewicht und die Größe eines teuren Bäckerbrötchens. Mit dem Unterschied, dass das eigene Brötchen knackiger ist, besser schmeckt und nicht an einen Schaumstoffblock oder einen Luftporenstein erinnert.

Also zu Hause nicht zu backen spart nicht unbedingt Geld, es verschwindet dann nur nicht auf der Stromrechnung. Keine Brötchen essen wäre auch eine Lösung, aber dann sind wir beim Brot mit gleichem Problem. Auch das könnte man schließlich durch Müsli oder Frischkornbrei ersetzen und kein gebackenes Mehlerzeugnis essen. Aber dann kommen wir in einen ernährungsreligiösen Bereich, der nicht von allen mitgetragen wird. Der Durchschnittsbürger findet sich bei Brot und Brötchen wieder.